Warum glaubst Du noch? Glaubenssätze unter dem Gesichtspunkt der Logik

von Prof. Dr. Uwe Hillebrand, Wolfenbüttel

Taufe

In beiden christlichen Kirchen ist die Taufe ein Sakrament, von denen es insgesamt sieben in der katholischen und zwei in der evangelischen Kirche gibt. Jeder neugeborene Mensch sei, sagt die Kirche, mit der Erbsünde belastet, da die Menschheit eben von sich aus sündig sei. Das ist eine ausgesprochen einsichtige und in sich logische Definition. Früher führte dies die katholische Kirche auf den Sündenfall im Paradies zurück. Die neue Begriffserklärung, die nichts erklärt, wurde notwendig, da der Vatikan nicht rückständig erscheinen wollte und darum der Evolutionstheorie zustimmen musste. Danach gab es kein Paradies, keinen Adam, keine Eva, und folglich keine daraus abgeleitete Erbsünde. Vor 50 Jahren war das zwar noch nicht so, aber die Zeiten ändern sich bekanntlich, und ebenso die Lehrmei-nungen der Kirche.

Durch das Sakrament der Taufe werde diese Sünde nicht nur symbolisch abgewaschen, denn mit dieser Handlung werde der kleine Mensch auch innerlich gereinigt und von der Erbsünde befreit. Mitunter spricht man von unschuldigen Kindern, womit nur die gemeint sein können, die getauft wurden, alle anderen sind schuldig. Bereits ein ungeborenes Kind im Mutterleib sei, ganz ohne sein eigenes Zutun, mit der Sünde gegen Gott behaftet. Diese habe das Kind nicht selbst begangen, sondern miterhalten, sie sei Zustand, nicht eine Tat, so steht es im Katechismus der katholischen Kirche und so ist es. Es hat also keinen Zweck, zu argumentieren, ein ungeborenes Kind könne doch noch gar nichts Schlechtes getan haben, das weiß auch die Kirche. Aber der Mensch muss zunächst schlecht sein, denn wenn er gut wäre, brauchten wir ja keine Kirche.

Weil der Mensch in der Regel im Säuglingsalter getauft wird, begreift er dabei also nicht, wie ihm geschieht. Auch die Fragen nach dem Taufbegehren und dem Glaubensbekenntnis kann der Säugling weder verstehen noch beantworten, weswegen stellvertretend für ihn die Eltern und der Taufpate antworten. Bei dieser eigentlich für ihn wichtigen Entscheidung, ob er in die Kirchengemeinde aufgenommen werden will oder nicht, hat somit der Betroffene selbst nichts zu entscheiden. Dies ist eine Garantie für die Kirche, dass ein neugeborener Mensch zunächst einmal in die Kirche eintreten muss, ob er will oder nicht. Damit handelt es sich eindeutig um eine Zwangstaufe, die der im Grundgesetz allen Bürgern, unabhängig vom Alter, zugesagten Religionsfreiheit widerspricht. Abschließend sei die Frage aufgeworfen, ob einer, der im Kindesalter getauft worden ist und später als Erwachsener wieder aus der Kirche austritt, seine Erbsünde zurückbekommt.

Jesus war natürlich frei von der Erbsünde. Denn einerseits war seine Mutter der einzige Mensch auf der Welt ohne Erbsünde. Das steht für die Kirche unumstößlich fest, was auch nicht verwunderlich ist, weil die Erbsünde erst ein paar hundert Jahre später erfunden worden ist (s. dazu bei Erbsünde). Und andererseits war sein Vater Gott. Also war seine Taufe, bezogen auf die Erbsünde, unnötig. Jesus ist dann für die Menschheit gestorben und hat sie dadurch von all ihren Sünden erlöst, allein die Erbsünde war offenbar nicht dabei. Wer nicht christlich getauft worden ist, der behält seine Erbsünde. Sogar wenn er ein in jeder Hinsicht moralisches Leben führt, am Ende wartet unweigerlich die Hölle auf ihn, vorausgesetzt es gibt sie (s. dazu bei Beichte). Das Himmelreich bleibt ihm jedenfalls auf immer versperrt. Gesetzt den Fall, es gäbe keine Hölle, wo könnte er nach seinem Tod dann hin? Sollte es einen lieben Gott geben, würde er solch einen Unsinn mit Sicherheit nicht mitmachen wollen. Aber er müsste es, da nur der Wille der Kirche zählt. Und hat Gott selbst mal einen Willen, erfahren wir von ihr, um welchen es sich handelt.

Letzte Änderung: 24.02.2010

Es gibt sicherlich noch weitere widersprüchliche Argumente der Kirche. Sollte dem Leser solch ein Widerspruch auffallen, so kann er diesen gerne dem Verfasser und den anderen Lesern mitteilen.

Die Mitteilung sollte relativ kurz und prägnant sein und kann über die Kontaktseite oder als Leserbeitrag in Eingabeformular am Ende dieser Seite versendet werden.

Leserbeiträge

Verfassen Sie einen eigenen Beitrag

Nach einer Überprüfung durch Prof. Dr. Uwe Hillebrand werden logische Widersprüche von kirchlichen Argumenten auch unter Ihrem Namen auf dieser Webseite veröffentlicht.

Klicken Sie auf Vorschau um eine Vorschau Ihres Beitrages anzuzeigen.