Warum glaubst Du noch? Lehren der christlichen Kirchen
unter dem Gesichtspunkt der Logik

von Prof. Dr. Uwe Hillebrand, Wolfenbüttel

Arche Noah

Während unsere beiden Großkirchen inzwischen die Geschichte von der Arche Noah als das ansehen, was sie ist, nämlich als Märchen, ist für die wachsende Gruppe der Evangelikalen – schon über 1 Million bekennen sich bei uns zu den evangelikalen Christen – die Geschichte von der Arche Noah genau so real, wie sie im Alten Testament steht. Man kann nun einerseits spekulieren, was von einem Menschen zu halten ist, der konsequent seinen Geist ausschaltet, aber man kann andererseits seine Meinung ernst nehmen und einige Fragen zur praktischen Durchführung dieser biblischen Schifffahrt stellen.

Die Arche, die Noah mit seinen Söhnen gebaut haben soll, war je nach Ellenmaß mindestens 130 m lang, 20 m breit und 13 m hoch (1 Mo 6,15). Daraus ergeben sich folgende Fragen bzw. Fakten.

1.) Noah hatte drei Söhne. Wie konnten somit 4 Erwachsene solch ein großes Schiff bauen? Denn die Frauen werden ja wohl nicht mit gebaut haben, das passte gar nicht in diese Zeit.

2.) Woher hatten sie die berufliche Fähigkeit eines Schiffbauers?

3.) Woher stammte die riesige Menge an Holz, die benötigt wurde?

4.) Die Arche hatte weder Antrieb noch Steuerung und wäre Wind und Wellen hoffnungslos ausgesetzt gewesen.

5.) Die Menschen hatten Gott verärgert, und die Tiere mussten gleich mit sterben. Es wäre das größte Tiermorden der Geschichte gewesen, wenn diese Geschichte Geschichte gewesen wäre.

6.) Von allen Tieren sollte Noah je 1 Weibchen und 1 Männchen mit in die Arche nehmen. Es gibt über 1 Million verschiedene Insekten. Wie konnten sie eingefangen werden, wie konnte jemand bei diesen ohne biologisches Vorwissen das Geschlecht erkennen? Wie konnte Noah z.B. zwei Mücken einfangen, und dann noch ein Weibchen und ein Männchen? Die Arche war mehr als 11 Monate unterwegs (1Mo 8,5-6), und die Tiere brauchten sehr große Mengen an unterschiedlichem Futter, auch die Exkremente mussten entsorgt werden. Ein zoologisches Wissen wäre unbedingte Voraussetzung gewesen. Beispielsweise Eisbär, Pinguin, Robbe, Puma und viele Insektenarten waren und sind in völlig anderen Gebieten der Erde beheimatet, wie kamen sie zur Arche?

Wenn man das Alte Testament in Bezug auf die Arche Noah wörtlich und ernst nimmt, und das tun die Evangelikalen, dann müssen sie diese wenigen Sachfragen beantworten können, und sie müssen weiter auf die erwähnten Fakten eingehen können. Denn ein erwachsener Mensch, der überzeugt eine Sache vertritt, der muss sich auch daran messen lassen. Und wenn er nichts zur Klärung des Sachverhalts beitragen kann, dann sollte er sich selbst fragen, was die anderen denn von solch einem Menschen halten sollen.

Letzte Änderung: 19.12.2016

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Leserbeiträge

  1. Beitrag von Holger Gronwaldt

    Ich fürchte, die »einfache« Antwort der Evangelikalen auf die Frage nach dem Bau der Arche lautet: »Bei Gott ist nichts unmöglich.«

    Und wenn sie weiter in die Ecke gedrängt werden und ihnen nichts weiter mehr einfällt, anworten sie wie alle anderen Religiösen auch: »Gottes Wege sind eben unergründlich.«

    Schade, dass die meisten Menschen die Noah-Saga nur vom Hörensagen kennen und nie die Bibel dazu gelesen haben. Denn sonst müsste ihnen auffallen, dass Noah mitnichten ein »Gerechter« war, sondern ein willensschwacher Trunkenbold, der die Angewohnheit hatte, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen. Und jedem Christen – oder wer sonst noch an diese Schundgeschichte glaubt – müsste schlecht werden, wenn er sich vor Augen führt, dass wegen Noahs Trunksucht noch im 19. Jhdt. Millionen von Schwarzen als Sklaven unaussprechliche Leiden ertragen mussten oder zu Tode geschunden wurden. Nachzulesen in »Gottes Wort«, 1. Mose, 9, 20ff.

    Erstellt am 28.04.2017

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